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Normale Version: Die Schildwache der Freiheit - Der Übergang
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Die Welt im Jahr 2068 hatte sich stark verändert. 2051 war es zum Amerika-Krieg gekommen. Das christlich-fundamentalistische Regime in den USA hatte in mehreren Konflikten versucht seine Kontrolle über Lateinamerika und die blockfreien Staaten der USA. Die Europäer hatten irgendwann reagiert und mit Hilfe gewaltiger Armeen die Amerikaner niedergeworfen. Der Preis des Krieges war hoch. Rom, Pisa, Madrid, Stuttgart und Dublin waren von Kernwaffen zerstört worden. Allein die deutschen hatten 8 Millionen Tote zu beklagen.

Das Ergebnis des Krieges war eine massive politische Destabilisierung Europas. Italien zerfiel in Bürgerkrieg. Großbrittannien spaltete sich in einen schottischen und einen englischen Teil. In Spanien kam es zu einem Putsch und in weiten Teilen das Landes herrschte Anarchie. Die einzigen Staaten die sich halbwegs bewähren konnten waren die Bundesrepublik Deutschland und die französische Republik.

Dennoch spürte man in Deutschland die Auswirkungen. Fast die Hälfte der deutschen männlichen Bevölkerung zwischen 18 und 30 war während des Krieges getötet worden. In der Folge kippte das Verhältnis von türkischen und deutschen Einwohnern in den kommenden Jahren auf etwa 50 zu 50. Während die deutsche Bevölkerung vor allem im Süden und im Osten zu Hause war, konzentrierte sich die türkische Bevölkerung auf die alten Metropolen des Westens. Die ländlichen Regionen waren weiterhin deutsch geprägt. Die meisten Städte hingegen hatten sehr viel türkische Einwohner, als deutsche.

Die klassische soziale Ordnung hatte sich aber nicht verändert. Nach wie vor waren es deutsche Eliten die die Kontrolle über Politik und Wirtschaft hatten. Dem konnte auch die einflussreiche türkische Partei keine Abhilfe verschaffen. Hinzu kam es im Folge der massiven sozialen Spannungen immer wieder zu Unruhen, die teilweise blutig niedergeschlagen wurden. Der Auslöser für den Bürgerkrieg von 2059 war das Verbot der türkischen Partei. Nachdem es in München zu einem Pogrom gegen die kleine türkische Gemeinde gekommen war, hatte die türkische Partei mit der Aufstellung von Schutzmilizen begonnen. Die deutsche Obrigkeit reagierte mit einem Verbot von Partei und Miliz. Daraufhin kam es in Berlin zu einem gewaltsamen Massenaufstand. Das Regierungsviertel wurde von einem wütenden Mob besetzt. Hochrangige Beamte zum Teil gelyncht. Zwar konnten die meisten Abgeordneten und Regierungsmitglieder fliehen, doch stellte sich bald heraus, dass es kaum Zuflucht gab.

In dem kommenden Tagen kam es vermehrt auch zu weiteren Aufständen in anderen deutschen Großstädten unter anderem in Hamburg, Köln und Düsseldorf. Die Aufstände richteten sich vor allem gegen die Einrichtungen von Regierung und Polizei, jedoch noch nicht gegen die deutsche Zivilbevölkerung.

Diese reagierte auf die Unruhen in ihren Gebieten mit Pogromen. So kam es beispielsweise eine Woche nach dem Aufstand von Berlin in Magdeburg zur öffentlichen Erschießung von 18 türkischen Stadträten und ihren Familien. Die Polizei bzw. das Militär reagierte auf diese Ereignisse kaum. Die Bundesregierung war mittlerweile nach München geflohen und setzte nun die Bundeswehr gegen die Rebellen ein.
Obgleich zunächst unorganisiert hatte die einflussreiche türkische Partei bald die Fürhung übernommen und organisierte die Kampfkräfte. In den folgenden Monaten gelang es unter schweren Verlusten die deutsche Bundeswehr zurückzuschlagen und wichtige deutsche Gebiete einzunehmen. Erheblich für den Erfolg der Rebellen war dabei die massive Schwächung der Bundeswehr durch den vorhergegangen Krieg. Die Kampfmittel waren zum Teil veraltet und die wirtschaftliche Situation hatte kaum Modernisierung erlaubt. Zwar war die Bundeswehr noch immer an Maschinerie und Ausbildung überlegen, doch konnte sie die türkischen Rebellen nicht zurückschlagen.

Neben den türkischen Milizen aus denen später die reguläre Armee werden sollte entwickelte sich auch eine Radikale Milizgruppe die von Frankfurt aus gegen Bayern zu Felde zog. Sie war der erste Geschmack, von dem was auf die deutsche Zivilbevölkerung kommen würde.

Anders als in den Parteimilizen kämpften hier auch viele junge türkische Frauen. Die radikalen Truppen drangen im Verlauf des Krieges immer weiter in den südlichen Teil der Bundesrepublik ein. Während die Parteitruppen lediglich eroberten und sicherten kam es hier zu bestialischen Massakern. So drangen die radikalen mehrmals in kleine Dörfer ein uns massakrierten die gesamte Bevölkerung. Es kam zu Plünderungen, Misshandlungen und Vergewaltigungen. Das Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung war bestialisch. Zwar dauerte es nicht lange, bis die türkischen Milizen gegen die Radikalen mit Waffengewalt vorgingen, dennoch ebnete das grausame Vorgehen den Weg für eine radikale Entscheidung.

Zum Ende des Jahres 2059 war der Krieg entschieden München war gefallen und die verbliebende Führungsschicht floh nach Straßbourg. Sie sollte für lange Zeit die einzige freie deutsche Stadt bleiben. Die Parteiführung jubelte über den Sieg über die Deutschen. Im Politbüro der türkischen Partei wurde unterdessen heftig diskutiert, wie man die neue Regierungsmacht nutzen konnte um die gesellschaftlichen Veränderungen die so lange gewollt waren herbeizuführen.

Während der gemäßigte Flügel sich eine Koexistenz mit samt teilweiser Enteignung der deutschen Bevölkerung vorstellte, fokussierte die radikalere Seite die Unterdrückung der Deutschen. Nach heftigen Debatten siegten die Radikalen und so wurde am 16. Juni der so genannte Entwicklungserlass bekannt gegeben. In den kommenden zwei Wochen veränderte sich das Land für immer. Bis dahin war es nur zu wenigen Repressialien gegen die unterlegene deutsche Bevölkerung gekommen. Zwar waren einige Fabriken bekämpft und einige politische Führer verhaftet oder erschossen worden, doch ging die normale Bevölkerung weiter ihrem Treiben nach. Man ging zur Arbeit, fürchtete die Zukunft und hatte weiter seine türkischen Angestellten.

Dies änderte sich nun. Der Erlass war simpel. Die gesamte deutsche Bevölkerung war zu enteignen und zu versklaven. Um organisierten politischen Widerstand zu vermeiden sollte jeder Akademiker und jeder Polizist oder Soldat getötet werden. Die Ausführung des Erlasses sollte dabei unter Aufsicht der Milizen stattfinden, jedoch verselbstständigte sich der Vorgang schnell.

Schon am 17. Juni kam es in den türkischen Städten zu Übergriffen auf die deutsche Bevölkerung. Die Häuser wurden von wütenden Mobs gestürmt. Die Einwohner verprügelt, zum Teil auch ermordet. Fabriken und Läden wurden geplündert. Grundsätzlich galt, wer zuerst kam, malte zuerst. Wer zuerst einen deutschen Ergriff und zu den Neueingerichteten Leibeigenenämtern brachte konnte den Deutschen in Besitz nehmen.
Die Leibeigenämter waren dabei ein Sinnbild für Grausamkeit. Ein Türke oder eine Türkin die einen Sklaven zum Amt brachte setzte den künftigen Sklaven einer bestialischen Prozedur aus. Splitternackt wurde jeder Sklave mit kalten Wasser abgespritzt. Danach brannte man ihm eine 9-stellige Nummer auf den linken Unterarm. Seine Registrierungsnummer. Anschließend durfte er wieder mit seinem Herrin oder seinem Herren gehen.
Zum Teil ging die türkische Bevölkerung äußerst brutal gegen die Deutschen vor. So ist von einem Fall in einer Berliner Schule berichtet worden, wo türkische Schülerinnen ihren jungen Lehrer erst zusammentraten und ihn ihre Spucke vom Boden lecken ließen, nur um ihn anschließend vom Dach des Schulgebäudes in den Tod zu werfen.

In Duisburg prügelte eine Rechtsanwaltsgehilfin ihren Chef brutal durch die Straßen, nachdem ein Mob die Kanzlei gestürmt hatte. Sie trieb ihn zu einer Tankstelle übergoss ihn dort mit Benzin und zündete ihn mit ihrer Zigarette an.

In Frankfurt wurden zwei Polizisten auf offener Straße gezwungen splitternackt zu Tanzen um dann vom Mob gesteinigt zu werden. Ähnlich erging es einem Arzt in Hannover, nur das diesen statt der Steinigung ein Galgen erwartete.

Andernorts machte sich Sportschützen einen Spaß daraus verängstigten deutschen mit Gewehren Dosen vom Kopf zu schießen. Und zwar immer solange bis irgendwann der Kopf getroffen wurde.
Nicht jeder Übergriff endete dabei tödlich. Eine Hamburger Schülerin trat beispielsweise mit ihrem Stiefeln einem Mitschüler solange auf die Hand, bis diese vollends verkrüppelt war. Einer deutschen Studentin in Heidelberg wurde von ihren Mitstudentinnen Schimpfwörter in die Stirn geritzt. Anderorts durfte ein junger Mann einem Mob aus 20 jungen Türkinnen und Türken die Schuhe sauberlecken bevor er splitternakt durch die Stadt gehetzt wurde um schließlich der Sklave einer 32-jährigen Kellnerin zu werden.

Deutsche Wiederstände wurden im Übrigen von den Milizen brutal niedergeschlagen. Versammlungen und Demonstrationen endeten in der Regel im Mähfeuer der Maschinengewehre. Auch Pinars Vater war in Köln eingesetzt um die Liquidation der elitären Bevölkerung in einem reichen Stadtteil zu überwachen. Ich weiß nicht, was meine Eltern zu dieser Zeit getan haben, jedoch sprechen die zahlreichen Narben auf ihren Körpern Bände.

Alles in allem war dies die barbarischte und schlimmste Zeit des deutschen Volkes seid den Schrecken des Nationalsozialismus. In jedem Fall wurde kurz nach Ende des Bürgerkrieges und des Überganges sowohl ich, aus auch Pinar geboren.
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