18.06.2010, 22:43
Das Buch des Sklaven
Er lockerte seine Krawatte und entfloh der miefigen Arbeitswelt in seiner Kanzlei. Draußen begann es bereits zu dämmern und er bedauerte, dass er es selten früher in den wohlverdienten Feierabend schaffte. Sein Kopf schmerzte vom Grübeln und endlosen Gesprächen mit gestressten Klienten. Hoffentlich bestand Saria nicht auch noch darauf, dass Gespräch von gestern wieder aufzugreifen. Er stöhnte genervt bei dem Gedanken daran, zerrte seinen Autoschlüssel aus der Hosentasche und legte den Weg zu seinem Auto mit schnellen Schritten zurück.
„Warten Sie.“ Eine helle Frauenstimme ließ ihn innehalten.
Er drehte sich in die Richtung, aus der er sie vernommen hatte.
„Ich möchte Sie nicht lange aufhalten. Nur einen winzigen Moment.“ Die Frau lächelte freundlich und streckte ihm ein Buch entgegen.
„Was ist das?“
„Vielleicht finden Sie dort die Antwort auf Ihre Fragen.“
„Zeugen Jehovas?“ Seine Stimme bekam einen harten Unterton.
Zu seiner Überraschung lachte die Frau ein sympathisches, erheiterndes Lachen. „Nein, bestimmt nicht. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Sie nehmen dieses Buch hier mit und lesen es. Gefällt es Ihnen, dürfen Sie es behalten. Mögen Sie es nicht, geben Sie mir zurück. Legen Sie es einfach abends dort hin, wo wir beide uns im Moment unterhalten. Ich werde es mir holen.“
Er runzelte die Stirn. „Ist das irgendeine Masche? Gehe ich ein Abo ein?“
„Lesen Sie es. Dort stehen die Antworten auf alle ihre Fragen – nicht nur auf diese. Es ist ohne Risiko für Sie.“ Die Frau lächelte wieder, drehte sich um und ging.
Nachdenklich öffnete er die Autotür und warf das Buch neben sich auf den Beifahrersitz. Warum auch immer diese Frau ihm das Buch gegeben hatte, eins war ihm klar: Sie tat es nicht aus Nächstenliebe. Irgendetwas wollte sie von ihm. Und er spürte, wie es in seinem Körper kribbelte. Er liebte es, ein Rätsel zu lösen, Geheimnisse zu ergründen - der Grund, warum er Anwalt geworden war. Damals, als er noch die Illusion hatte, damit glücklich zu werden. Damals, als ein glückliches Ende nicht vom Preis abhing.
Während der Fahrt musste er immer wieder an das Gespräch mit der Frau denken. Die Neugier fraß sich in ihm fest. Er dachte kurz über eine Parkmöglichkeit nach, die ihn ebenso vor Störungen schützte.
Nach ein paar Minuten Grübeln fand er einen Parkplatz am Waldrand. Sollte er Saria anrufen, um ihr zu sagen, dass er später kommen würde? Sie würde Fragen stellen, die er zur Zeit nicht beantworten wollte. Stattdessen griff er zu dem Buch auf dem Beifahrersitz. Es hatte einen schwarzen Ledereinband, ohne einen Titel oder einen Autor- oder Verlagsnamen. Einfach nur ein schwarzes Lederbuch. Dem Geruch nach zu urteilen war es echtes Leder. Niemand würde ein so wertvolles Buch weggeben.
Etwas in seinem Körper prickelte, wie es schon lange nicht mehr geprickelt hatte. Mit seiner Zunge befeuchtete er seine Lippen, bevor er aufgeregt das Buch aufschlug. Er stutzte. Die Worte in dem Buch waren nicht gedruckt. Sie wurden auch nicht mit einem Kulli niedergeschrieben. Jemand hatte ganz akribisch jeden Buchstaben in einer schönen geschwungenen Form mit einer roten Tinte niedergeschrieben. War es wirklich Tinte? Das Rot brach leicht zu den Seiten aus. Vielleicht war die Tinte ja einfach zu flüssig gewesen. Irgendein Witzbold fand es so sicherlich atmosphärischer.
Wahrscheinlich würden die Worte auch besonders hochgestochen klingen. Er verdrehte innerlich die Augen. Seine Augen wanderten über die Seite und blieben an einer Stelle hängen.
Ich hatte ewig gesucht, aber gefunden habe ich nur weitere Fragen. Wohin mein Weg mich auch führte, ständig gesellten sich neue hinzu – bis ich irgendwann keine Fragen mehr stellte. Erst als ich diesen Schritt getan hatte, war ich bereit für die Antworten. War ich bereit für MEINEN eigenen Weg.
Ein interessanter Ansatz, wenn auch nicht umsetzbar. Er schüttelte den Kopf. Ein Leben ohne Fragen – wie konnte so etwas existieren? Wo Antworten sind, mussten schließlich auch Fragen existieren.
Mein Weg führte mich in Tiefen, die ich früher als absurd bezeichnet hätte. Wie kann ein Mann sich so aufgeben? Aber ist ein „Aufgeben“ nicht auch die Bereitschaft, einen neuen Weg zu gehen? Und bleiben wir nicht manchmal auf den unseren Wegen, weil wir uns vor dem Neuen, Unbekannten fürchten?
Ich war skeptisch, als mir eine Frau dieses Buch in die Hand drückte. Sie tauchte wie aus dem Nichts auf, als ich auf dem Weg zu meinen Wagen war.
„Warten Sie.“ 2 simple Worte, die mein Leben für immer veränderten.
Er legte das Buch zur Seite. Was wurde hier gespielt? Machte sie sich einen Scherz daraus, diese Szene mit ihm nachzuspielen? Seine Hände wurden feucht und er runzelte erneut die Stirn. Es gab nur einen Weg es herauszufinden. Vielleicht sollte er dennoch das Fenster runterkurbeln und das Buch auf Nimmerwiedersehen hinauswerfen. Doch etwas hielt ihn davon ab. Unterhaltungsbücher hatten ihn noch nie sonderlich interessiert, aber dieses hier forderte ihn geradezu dazu heraus, es zu lesen. Der kleine Junge, der stundenlang mit den anderen Kindern Detektiv gespielt hatte, erwachte in ihm. Es war lange her, dass ihn etwas wirklich gereizt hatte, lange her, als er sich zuletzt so lebendig und kribbelig gefühlt hatte.
Er schlug das Buch zu und startete den Wagen. Und redete sich ein, dass er sich auf Saria freute.
Laut Wetterbericht musste er sich auf Temperaturen von über 30 Grad einstellen. Wenigstens blieb ihm an diesem Wochenende etwas Zeit, um das Wetter zu genießen. Nur Sarias Blicke hinderten ihn daran, sich wirklich zu freuen. Sie wollte ein Baby, schon seit vielen Jahren. Wie um Himmels Willen sollte er ihr begreiflich machen, dass er Angst vor der Verantwortung hatte? Er war ein gestandener Mann, Anwalt, erfolgreich, eine Respektsperson. Seine Worte würden grotesk klingen.
Sie ging ihm aus dem Weg und er zog sich mit dem schwarzen Lederbuch zurück. Ungeduldig blätterte er darin und fragte sich, warum er es nicht von Beginn an gelesen hatte.
Dieses Buch wird dein Leben verändern. Es wird dich an dir und deinem Leben zweifeln lassen, vielleicht findest du es auch lächerlich. Aber du solltest es lesen. Jedes Wort in diesem Buch ist ein wichtiger Stein im Puzzle deines Lebens. Und du kannst es nur verstehen, wenn du es aufmerksam liest. Du wirst begreifen, warum ausgerechnet DU dieses Buch bekommen hast. Aber Verstehen ist ein harter und langer Weg. Es gibt nur einen Grund dieses Buch zu lesen. Dieser Grund bist du selber. Sehnst du dich nach dem Begreifen, danach, einfach loslassen zu können? Sehnst du dich nach dem kleinen Jungen, der die Welt aus großen Augen betrachtet hat? Für den jeder Tag mit einem Abenteuer verknüpft war? Der geborgen in sich selber war? Wenn du diese Fragen bejahen kannst, solltest du das Buch lesen, aber entscheide mit Bedacht. Lässt du dich darauf ein, wirst du die Konsequenzen tragen. Erst am Ende dieses Buches wirst du begreifen, wie kostbar sie sind und wie sehr sie dein Leben bereichern werden. Scheust du dich davor oder willst schlichtweg kein Risiko ohne Fakten eingehen, bringe das Buch innerhalb von drei Tagen wieder zurück an die Stelle, an der du es bekommen hast. Lass es dort zurück, aber sei dir bewusst, dass du damit auch die Antworten zurückweist.
Fortsetzung folgt...
Er lockerte seine Krawatte und entfloh der miefigen Arbeitswelt in seiner Kanzlei. Draußen begann es bereits zu dämmern und er bedauerte, dass er es selten früher in den wohlverdienten Feierabend schaffte. Sein Kopf schmerzte vom Grübeln und endlosen Gesprächen mit gestressten Klienten. Hoffentlich bestand Saria nicht auch noch darauf, dass Gespräch von gestern wieder aufzugreifen. Er stöhnte genervt bei dem Gedanken daran, zerrte seinen Autoschlüssel aus der Hosentasche und legte den Weg zu seinem Auto mit schnellen Schritten zurück.
„Warten Sie.“ Eine helle Frauenstimme ließ ihn innehalten.
Er drehte sich in die Richtung, aus der er sie vernommen hatte.
„Ich möchte Sie nicht lange aufhalten. Nur einen winzigen Moment.“ Die Frau lächelte freundlich und streckte ihm ein Buch entgegen.
„Was ist das?“
„Vielleicht finden Sie dort die Antwort auf Ihre Fragen.“
„Zeugen Jehovas?“ Seine Stimme bekam einen harten Unterton.
Zu seiner Überraschung lachte die Frau ein sympathisches, erheiterndes Lachen. „Nein, bestimmt nicht. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Sie nehmen dieses Buch hier mit und lesen es. Gefällt es Ihnen, dürfen Sie es behalten. Mögen Sie es nicht, geben Sie mir zurück. Legen Sie es einfach abends dort hin, wo wir beide uns im Moment unterhalten. Ich werde es mir holen.“
Er runzelte die Stirn. „Ist das irgendeine Masche? Gehe ich ein Abo ein?“
„Lesen Sie es. Dort stehen die Antworten auf alle ihre Fragen – nicht nur auf diese. Es ist ohne Risiko für Sie.“ Die Frau lächelte wieder, drehte sich um und ging.
Nachdenklich öffnete er die Autotür und warf das Buch neben sich auf den Beifahrersitz. Warum auch immer diese Frau ihm das Buch gegeben hatte, eins war ihm klar: Sie tat es nicht aus Nächstenliebe. Irgendetwas wollte sie von ihm. Und er spürte, wie es in seinem Körper kribbelte. Er liebte es, ein Rätsel zu lösen, Geheimnisse zu ergründen - der Grund, warum er Anwalt geworden war. Damals, als er noch die Illusion hatte, damit glücklich zu werden. Damals, als ein glückliches Ende nicht vom Preis abhing.
Während der Fahrt musste er immer wieder an das Gespräch mit der Frau denken. Die Neugier fraß sich in ihm fest. Er dachte kurz über eine Parkmöglichkeit nach, die ihn ebenso vor Störungen schützte.
Nach ein paar Minuten Grübeln fand er einen Parkplatz am Waldrand. Sollte er Saria anrufen, um ihr zu sagen, dass er später kommen würde? Sie würde Fragen stellen, die er zur Zeit nicht beantworten wollte. Stattdessen griff er zu dem Buch auf dem Beifahrersitz. Es hatte einen schwarzen Ledereinband, ohne einen Titel oder einen Autor- oder Verlagsnamen. Einfach nur ein schwarzes Lederbuch. Dem Geruch nach zu urteilen war es echtes Leder. Niemand würde ein so wertvolles Buch weggeben.
Etwas in seinem Körper prickelte, wie es schon lange nicht mehr geprickelt hatte. Mit seiner Zunge befeuchtete er seine Lippen, bevor er aufgeregt das Buch aufschlug. Er stutzte. Die Worte in dem Buch waren nicht gedruckt. Sie wurden auch nicht mit einem Kulli niedergeschrieben. Jemand hatte ganz akribisch jeden Buchstaben in einer schönen geschwungenen Form mit einer roten Tinte niedergeschrieben. War es wirklich Tinte? Das Rot brach leicht zu den Seiten aus. Vielleicht war die Tinte ja einfach zu flüssig gewesen. Irgendein Witzbold fand es so sicherlich atmosphärischer.
Wahrscheinlich würden die Worte auch besonders hochgestochen klingen. Er verdrehte innerlich die Augen. Seine Augen wanderten über die Seite und blieben an einer Stelle hängen.
Ich hatte ewig gesucht, aber gefunden habe ich nur weitere Fragen. Wohin mein Weg mich auch führte, ständig gesellten sich neue hinzu – bis ich irgendwann keine Fragen mehr stellte. Erst als ich diesen Schritt getan hatte, war ich bereit für die Antworten. War ich bereit für MEINEN eigenen Weg.
Ein interessanter Ansatz, wenn auch nicht umsetzbar. Er schüttelte den Kopf. Ein Leben ohne Fragen – wie konnte so etwas existieren? Wo Antworten sind, mussten schließlich auch Fragen existieren.
Mein Weg führte mich in Tiefen, die ich früher als absurd bezeichnet hätte. Wie kann ein Mann sich so aufgeben? Aber ist ein „Aufgeben“ nicht auch die Bereitschaft, einen neuen Weg zu gehen? Und bleiben wir nicht manchmal auf den unseren Wegen, weil wir uns vor dem Neuen, Unbekannten fürchten?
Ich war skeptisch, als mir eine Frau dieses Buch in die Hand drückte. Sie tauchte wie aus dem Nichts auf, als ich auf dem Weg zu meinen Wagen war.
„Warten Sie.“ 2 simple Worte, die mein Leben für immer veränderten.
Er legte das Buch zur Seite. Was wurde hier gespielt? Machte sie sich einen Scherz daraus, diese Szene mit ihm nachzuspielen? Seine Hände wurden feucht und er runzelte erneut die Stirn. Es gab nur einen Weg es herauszufinden. Vielleicht sollte er dennoch das Fenster runterkurbeln und das Buch auf Nimmerwiedersehen hinauswerfen. Doch etwas hielt ihn davon ab. Unterhaltungsbücher hatten ihn noch nie sonderlich interessiert, aber dieses hier forderte ihn geradezu dazu heraus, es zu lesen. Der kleine Junge, der stundenlang mit den anderen Kindern Detektiv gespielt hatte, erwachte in ihm. Es war lange her, dass ihn etwas wirklich gereizt hatte, lange her, als er sich zuletzt so lebendig und kribbelig gefühlt hatte.
Er schlug das Buch zu und startete den Wagen. Und redete sich ein, dass er sich auf Saria freute.
Laut Wetterbericht musste er sich auf Temperaturen von über 30 Grad einstellen. Wenigstens blieb ihm an diesem Wochenende etwas Zeit, um das Wetter zu genießen. Nur Sarias Blicke hinderten ihn daran, sich wirklich zu freuen. Sie wollte ein Baby, schon seit vielen Jahren. Wie um Himmels Willen sollte er ihr begreiflich machen, dass er Angst vor der Verantwortung hatte? Er war ein gestandener Mann, Anwalt, erfolgreich, eine Respektsperson. Seine Worte würden grotesk klingen.
Sie ging ihm aus dem Weg und er zog sich mit dem schwarzen Lederbuch zurück. Ungeduldig blätterte er darin und fragte sich, warum er es nicht von Beginn an gelesen hatte.
Dieses Buch wird dein Leben verändern. Es wird dich an dir und deinem Leben zweifeln lassen, vielleicht findest du es auch lächerlich. Aber du solltest es lesen. Jedes Wort in diesem Buch ist ein wichtiger Stein im Puzzle deines Lebens. Und du kannst es nur verstehen, wenn du es aufmerksam liest. Du wirst begreifen, warum ausgerechnet DU dieses Buch bekommen hast. Aber Verstehen ist ein harter und langer Weg. Es gibt nur einen Grund dieses Buch zu lesen. Dieser Grund bist du selber. Sehnst du dich nach dem Begreifen, danach, einfach loslassen zu können? Sehnst du dich nach dem kleinen Jungen, der die Welt aus großen Augen betrachtet hat? Für den jeder Tag mit einem Abenteuer verknüpft war? Der geborgen in sich selber war? Wenn du diese Fragen bejahen kannst, solltest du das Buch lesen, aber entscheide mit Bedacht. Lässt du dich darauf ein, wirst du die Konsequenzen tragen. Erst am Ende dieses Buches wirst du begreifen, wie kostbar sie sind und wie sehr sie dein Leben bereichern werden. Scheust du dich davor oder willst schlichtweg kein Risiko ohne Fakten eingehen, bringe das Buch innerhalb von drei Tagen wieder zurück an die Stelle, an der du es bekommen hast. Lass es dort zurück, aber sei dir bewusst, dass du damit auch die Antworten zurückweist.
Fortsetzung folgt...

