14.06.2010, 17:22
Nadja betrat den Pausenraum und goß sich eine Tasse Kaffee ein. Irgendjemand hatte wieder ein fürchterliches Rattengift gekocht, aber sie brauchte einfach eine Stärkung jetzt. Sandra, ihre Kollegin, sah sie mit prüfendem Blick an und fragte:
"Was ist dir denn über den Weg gelaufen? Du siehst ja richtig mitgenommen aus."
"Ach hör' mir bloß auf! Tage gibt's, da hasse ich diesen Job. Da möchte ich einfach nur noch die Uniform ausziehen und zuschlagen!"
"Klingt ja übel, aber um was geht's denn eigentlich?"
"Ich war heute mit Dirk bei einem Einsatz, da hatten die Nachbarn angerufen, wegen des Lärms. Wir sind dann hin und die Nachbarin hat uns erzählt, daß sie den Verdacht hat, der Mann würde seine Freundin verprügeln. Wir also hin zu der Wohnung und geklingelt, aber keine Reaktion. Aber man konnte von draußen ziemlich deutlich hören, daß die Nachbarin wohl richtig lag. Man konnte die Schläge direkt hören und ihr Wimmern und ihre Schreie auch. Als Dirk dann mit der Faust gegen die Tür geschlagen hat, kam der Typ dann endlich aufmachen. Er hat uns aber nur bepöbelt und die Tür dann wieder zugeknallt. Dirk hat dann nochmal geklingelt und als er nicht aufgemacht hat die Tür eingetreten. Da ist er dann hochgegangen, wie weiland das HB-Männchen. Der ist richtig auf uns losgegangen und Dirk mußte ihn regelrecht zu Boden ringen und ihm Handschellen anlegen. Und die Freundin hättest du sehen müssen, die hatte er übel zugerichtet. Sie so 'ne kleine Püppi, weißt du? Vielleicht gerade mal 1,50 m und er so'n richtiger Bulle, mindestens 1,90 m und locker zweieinhalb bis drei Zentner schwer. Der muß etliche Male richtig zugelangt haben. Und was kommt dann? Wir sammeln das Schwein ein, halten ihn 48 Stunden fest und weil sie sich nicht traut, ihn anzuzeigen, müssen wir ihn dann wieder laufen lassen. Und wenn er zuhause ankommt, geht alles von vorne los. Erst entschuldigt er sich vielleicht noch, bringt Blumen mit und sagt, daß sowas nie wieder vorkommt, und nach einer Woche schlägt er wieder zu. Am Liebsten würde ich dem Typen mal richtig in die Fresse treten!"
"Dann tu's doch! Wo isser denn jetzt? Hier bei uns aufm Revier?"
"Ja, unten im Keller. Aber ich kann ihm ja schlecht in die Fresse treten. Der rennt doch dann gleich zum Arzt und sein Anwalt macht uns hier die Hölle heiß. Man könnte höchstens ein paar Griffe anwenden, die keine Spuren hinterlassen, aber das bringt auch nichts. Der bräuchte mal so richtig eine Abreibung die er nicht so schnell vergißt."
"Mmmh, ich weiß nich, aber wenn wir's ihm richtig geben, glaube ich nich, daß der zum Anwalt oder zum Arzt rennt. Aber das reicht nich, wenn wir den einfach nur weichprügeln, sowas stecken Männer relativ leicht weg. Wir müßten den so bis aufs Blut demütigen, daß der sich gar nich traut, irgendwem davon zu erzählen. Wann habt ihr den denn eingelocht?"
"Na jetzt gerade, bevor ich hier in den Pausenraum gekommen bin. Dirk ist noch vorne und tippt das Protokoll."
"Das heißt also, wir haben ihn noch bis Sonntagnachmittag hier. Wer is denn am Wochenende eigentlich im Haus?"
"Dirk und ich haben Dienst, Achim und du, Peter vorne in der Schreibstube und Dieter im Büro. Vera und Udo haben Bereitschaft, die würden im Ernstfall noch dazu kommen. Und die kleine Anwärterin, wie hieß die noch? Isabella oder so. Und die Putzfrau ist morgen Nachmittag auch da. Das war's, glaube ich."
"Na das klingt doch gut. Achim hält dicht, in so einem Fall auf jeden Fall, und Dirk denke ich mal auch. Denn machen die beiden morgen mal zusammen Außendienst, meinste das geht?"
"Ich denke schon. Und was ist mit den anderen?"
"Na was soll sein. Die beiden Papiertiger kriegen oben sowieso nix mit. Wenn Vera und Udo gerufen werden, denn hammse auch zu tun und die Anwärterin weiß, daß sie noch beurteilt wird. Außerdem macht die auf mich den Eindruck, daß sie auch nix dagegen hätte, so einem mal in den Sack zu treten. Und die Putzfrau kann sowieso kaum Deutsch. Wo kommt die noch her?"
"Keine Ahnung. Irgendwo vom Balkan, Bosnien, glaube ich. Ist ja auch egal. Weißt du noch was Udo erzählt hat? Der war doch mal ein halbes Jahr da unten um Polizeikräfte aus- und fortzubilden. Da gehen noch ganz andere Sachen ab, da würde ich nicht verhaftet werden wollen. Da gibt's gleich richtig Knüppel-aus-dem-Sack.- Oder auch -auf-den-Sack, je nachdem. Also die wird sich dabei eher nichts denken."
"Na denn is ja alles bestens. Denn sag ich mal sollten wir jetz unsre Partner ins Bild setzen und das klar machen fürs Wochenende und denn kann der Tanz beginnen."
"Ja, in Ordnung. Danach ziehe ich mich dann um und dann geht es ihm ans Leder. Hast du schon Ideen, was wir mit ihm machen wollen?"
"'n paar Sachen wüßt' ich schon, der Rest findet sich dann schon. Wir sind ja kreativ..."
"Na dann los..."
Nadja und Sandra gingen das vertrauensvolle Gespräch mit ihrem jeweiligen Partner suchen. Eigentlich eine Formalie, denn beide haben sich auch schon oft ähnlich geäußert und der ein oder andere Kriminelle könnte auch noch manche Episode erzählen, die weder in den einschlägigen Gesetzen, noch in den dazugehörigen Dienst- und Ausführungsbestimmungen so vorgesehen war.
Zeit für mich, die Protagonisten näher vorzustellen:
PMn Nadja Wegner hat schwarzbraune, lange, lockige Haare und braune Augen. Sie ist 31 Jahre alt, 1,72 m groß, wiegt 62 kg und trägt Schuhgröße 38, im Dienst schwarze Halbstiefel mit Profilsohle, dazu Uniform.
POKn Sandra Brockner hat rostbraune, kurze, fransig geschnittene Haare und grüne Augen. Sie ist 32 Jahre alt, 1,75 m groß, wiegt 68 kg und trägt Schuhgröße 39, im Dienst schwarz-weiße Sandplatz-Fußballschuhe von Puma, dazu Bluejeans, weißes T-Shirt und schwarze Lederjacke.
Harald Hrátiček ist ein richtiges Schätzchen. Er hat hellbraune Haare und trägt Vokuhila und Schnauzer. Er hat blaue Augen und ist 37 Jahre alt, 1,91 m groß und 130 kg schwer. Er ist gebürtiger Wiener und österreichischer Staatsbürger, die österreichische Polizei sucht ihn mit internationalem Haftbefehl u. a. wegen Zuhälterei, schwerer Körperverletzung, Betrug und Hehlerei. Sein Heimweh hält sich dadurch in Grenzen.
PKAn Isabella Proczek trägt lange, glatte, blonde Haare und hat blaue Augen. Sie 20 Jahre jung, 1,68m groß und wiegt 59 kg. Sie trägt schwarze Countryboots mit Kette und roten Applikationen in Größe 37, dazu eine schwarze Lederhose mit Fransen und eine ebensolche Jacke, dazu eine Bluse mit indianischen Motiven und indianischen Silberschmuck.
Nathalie Grunik ist die "Geliebte" von Harald H. Sie hat halblange brünette Haare mit Naturwellen und leuchtende blaue Augen. Sie ist 29 Jahre alt, 1,48 "groß" und 41 kg leicht. Sie trägt eine baungemusterte Bluse und einen beigen Rock, der ihr bis zu den Knien reicht, dazu naturbraune Mokassins in Größe 36.
Nachdem sich unsere beiden Rechtshüterinnen bei ihren jeweiligen Partnern ihrer Rückendeckung versichert haben, haben sie Kontakt mit Nathalie G. aufgenommen. Sie haben sich vorgestellt und und Nathalie G. einen besonderen Service angeboten.
N.W.: "Frau Grunik, erinnern sie sich noch an mich? Ich habe vorhin mit meinem Kollegen ihren Lebensgefährten in Gewahrsam genommen. Geht es ihnen inzwischen besser?"
N.G.: "Ja, es geht schon. Mein Kopf tut noch etwas weh, aber sonst habe ich nichts schlimmes abbekommen. Wissen sie, Harald ist sonst kein Schlechter, wenn nur nicht immer diese Gewaltausbrüche wären... Wenn ich ihm das doch bloß abgewöhnen könnte. Ich habe schon alles versucht..."
S.B.: "Alles? Frau Grunik, wir sind hier, um ihnen ein besonderes Angebot zu machen. Meine Kollegin und ich, wir sind spezialisiert darauf, gewalttätige Männer zu domestizieren. In ein, zwei Tagen machen wir aus jedem Tiger ein Schmusekätzchen. Das ist allerdings nicht ganz legal und wir machen es nur auf ausdrücklichen Wunsch der jeweiligen Frauen. Da wir aus Überzeugung handeln, wäre das für sie völlig kostenlos. Sie müssen uns nur sagen, wie weit wir dabei gehen sollen."
N.G.: "Ich verstehe nicht ganz... Wie muß ich mir das vorstellen?"
N.W.: Ich will es mal so ausdrücken: Wir verfügen über die Mittel, Männern den erforderlichen Respekt gegenüber Frauen zu vermitteln. Sie sagen uns, wie devot sie ihren Harald wiederhaben wollen und wir trainieren ihn soweit, bis er die Lektionen verstanden hat."
N.G.: "Sie meinen, sie können ihn soweit umerziehen, daß er sein Wesen ändert? Das kann ich nicht glauben."
S.B. "Na dann probieren sie es doch einfach aus, sie haben ja nichts zu verlieren. Wenn wir keinen Erfolg haben sollten, was ich nicht glaube, dann stehen sie sich ja auch nicht schlechter als jetzt. Und anderenfalls machen wir aus ihrem Pitbull ein Schoßhündchen, das ihnen die Füße leckt."
N.G.: (kichert) "Ja, das würde ich zu gerne erleben... Aber sie haben recht, was habe ich schon zu verlieren. Machen sie ihn so devot, wie es nur geht. Ich möchte einen willenlosen Sklaven haben, der mir zu Füßen liegt. Tun sie, was sie für erforderlich halten, ich bin sehr gespannt!"
S.B.: "Verlassen sie sich auf uns, sie werden ihn nicht wieder erkennen."
Nachdem sie sich von Frau grunik verabschiedet hatten, fuhren unsere beiden Rächerinnen wieder zum Revier, um ihrem Opfer entgegen zu treten. Während der Fahrt entwickelten sie erste Pläne. Bei Frau Grunik hatten sie ziemlich dick aufgetragen, in Wahrheit gab es nur einen Fall, wo sie einen Mann gefügig gemacht hatten, aber immerhin betrug die Erfolgsquote 100 % und ein zweiter Versuch könnte ja auch nicht schaden, zumal die Sache beim letzten Mal einen Heidenspaß gemacht hatte.
Harald Hrátičeks Zelle war genau 2 x 4 m groß und ziemlich übersichtlich möbliert: rechts neben der Tür befand sich ein kleiner quadratischer Tisch und ein Stuhl. Rechts in der Ecke war eine Pritsche und die linke hintere Ecke war durch einen Vorhang abgetrennt, dahinter befand sich ein WC und ein Waschbecken. In der Mitte der Zelle befand sich ein Ablauf im Boden. Die Zelle befand sich im Keller des Gebäudes und war fensterlos. Als unsere beiden Heldinnen die Zelle aufschlossen und betraten, lag Harald H. auf seiner Pritsche und starrte die Decke an. Sofort stand er auf, kam auf die beiden Beamtinnen zu und begann sie zu beschimpfen. Weit kam er damit allerdings nicht, denn eine harte Gerade von Sandra B. stoppte seinen Redefluß abrupt. Er hatte gerade wieder Luft geholt um fortzufahren, als ein harter Schlag von Nadja W. ihn in den Magen traf, so daß die Luft ungenutzt wieder entwich. Ungläubig starrte er die beiden Polizistinnen an. Wie konnte sowas denn in einem Rechtsstaat möglich sein? Die beiden V....n mußten doch total ausgetickt sein! An dieser Stelle fanden seine Gedanken ein plötzliches Ende, denn Sandras Knie, das gerade mit Schwung zwischen seine Beine fuhr, ließ ihn im Schmerz versinken. Er krümmte sich und beugte den Oberkörper vor, genau wie Nadja es erwartet hatte. So kam es auch, daß sein Gesicht eine schmerzhafte Kollision mit ihrer Schuhspitze hatte. Ihm wurde einen Moment schwarz vor Augen, dann hatte er sich wieder in der Gewalt. Er versuchte nach Sandra zu schlagen, diese wich aber geschickt aus und beförderte ihn mit einem Schulterwurf auf den harten Zellenboden. Bevor er wieder aufstehen konnte, wurde er von beiden Frauen mit den Füßen am Boden fixiert, Sandra drückte ihm die Noppen ihrer Sohle fest ins Gesicht, während Nadja ihren Fuß fest in seinen Schritt drückte. Die nächste Viertelstunde verbrachten die beiden damit, Harald zu treten und zu Ohrfeigen, bis er den Widerstand aufgab. Sandra erklärte ihm, daß sie für ihn von jetzt an und für immer für ihn nur noch "Herrin" war, und weil er nicht sofort mit "Ja, Herrin" antwortete, trat sie ihm mit aller Kraft in den Magen. Das "Ja, Herrin", das er daraufhin stöhnte war auch nicht wirklich überzeugend, aber sie beließ es dabei. Nadja war ja auch noch da... Sie verfolgte allerdings eine andere Taktik: sie trat erst zu und eröffnete ihm erst danach, daß sie künftig seine "Meisterin" sein würde. Sein "Ja, Meisterin" war nur ein kraftloses Flüstern.
Anschließend nahmen die zwei ihm seinen protzigen Zuhälterschmuck incl. einer Rolex Daytona ab, sein iPod wurde ihm schon bei der Verhaftung weggenommen. Sie erklären ihm, daß er sich leider davon würde trennen müssen, weil sie das Geld dringend benötigten, um sich neu einzukleiden. Er wisse, als Polizistin ist das Salär eher schmal und sie wollten doch schön sein für ihn, wenn sie mit ihm spielten. Und "Uhren-Ede", ein stadtbekannter Hehler würde sicher einen guten Preis machen... Das bezweifelte Harald, der Ede nicht unbedingt als großzügigen Menschen kennengelernt hatte. Aber das betrübte unser Dompteur-Duo auch nicht weiter, schließlich war da ja noch sein Porsche 911, der wäre sicher auch für ein paar Euro fünfzig gut... Harald wurde bleich und stammelte nur "nicht den Porsche", aber er sah selbst ein, daß seine Verhandlungsposition eher schwach war.
Abe das sollte nicht die letzte schlechte Nachricht des Tages sein. Seine beiden Peinigerinnen fanden nämlich, daß es nur gerecht sei, daß sie, wenn sie sich für ihn hübsch machen würden, auch von ihm erwarteten, daß er an seinem Äußeren feilte. Und plötzlich fand er sich vor Nadja kniend wieder, Sandra stand von hinten auf seinen Waden und hielt seinen Kopf fest, während Nadja plötzlich ihren Lady-Shaver in Händen hielt. Sie schor ihm den Bart und seine Vokuhila-Frisur, ohne Schaum, und man konnte nicht direkt sagen, daß sie mit besonderem Feingefühl zu Werke ging. Nach 20 schmerzhaften und demütigenden Minuten war er nun seiner Haarpracht beraubt und ihm fiel ein, daß man in seiner Wiener Heimat den Begriff "G'scherter" verwendete. Damit wurden Provinzidioten bezeichnet; der Begriff hatte seinen Ursprung im Mittelalter, als man Leibeigene kahl rasierte und sie so zu "Geschorenen" wurden. Zu diesem Zeitpunkt konnte er allerdings noch nicht wissen, wie nahe er der Wahrheit damit kam.
Die beklemmende Stille wurde unterbrochen von seinem Magenknurren. Die beiden betrachteten ihn noch einen Moment lang zufrieden, bevor sie ihn verließen, um sein Abendbrot zu holen. Schwer zu sagen, wie es um die Küchenkünste der beiden stand, denn bei der Zubereitung seines Abendbrotes legten sie den Schwerpunkt nicht unbedingt auf guten Geschmack und ansprechendes Erscheinungsbild. Vielmehr sammelten sie im Pausenraum die Reste zusammen: ein angebissener, matschiger Burger, eine halbe Currywurst, ein Rest Zaziki, dessen MHD 8 Tage drüber war und ein paar Pommes aus dem Mülleimer bildeten die Basis. Damit man den üblen Geruch des "Essens" nicht so wahrnahm, leerten sie noch den Aschenbecher darüber aus, der Geruch der kalten Asche überlagerte das Essen weitgehend. Nur der Knoblauch vom Zaziki drang noch etwas durch... Nachdenklich betrachtete Nadja das Festmahl, fand aber, daß es an einer persönlichen Note fehlte. Also zog sie Schuhe und Strümpfe aus und schnitt sich die Zehennägel, Sandra tat es ihr nach. Nun sah es doch richtig widerwärtig aus, genau das Richtige für Harald. Blieb nur zu hoffen, das Götz ihnen das verzieh. Götz war einer von den Polizeihunden und Nadja hatte sich kurzerhand seinen Futternapf ausgeliehen.
Bevor Harald jedoch anfangen durfte zu essen (und auch bevor er überhaupt sehen konnte, was es leckeres gab), mußte er seiner Herrin und seiner Meisterin ausgiebig die Schuhe lecken- quasi als Vorspeise und Appetitmacher. Er gab sich auch große Mühe, sie nicht zu enttäuschen. Umso größer war dann seine Enttäuschung, als er sah, was sein "Essen" sein sollte. Er wollte gerade protestieren und sagen, daß er das niemals essen würde, aber Sandras Hand in seinem Genick drückte ihn unbarmherzig mit dem Gesicht in den Napf. Kurz sträubte er sich noch, aber als auch Nadjas Fuß ihn nach unten in den Napf drückte, gab er es auf. Er aß. Er aß den ganzen Napf restlos leer- sogar den Rest Hundefutter, der noch unten im Napf gewesen war. Um ehrlich zu sein: das war noch das Schmackhafteste und wohl auch das Gesündeste an dieser Mahlzeit. Er hatte einen widerlichen Geschmack im Mund, sein Magen drehte sich und es war wohl ganz gut, daß er nicht wirklich gesehen hat, was er alles gegessen hatte... Schließlich bekam er noch einen "Absacker", der wirklich bitter für seinen Magen war (in Gestalt zweier heftiger Fußtritte) und dieser hätte sich auch fast dabei entleert. Er konnte sich mit größter Mühe beherrschen, denn ihm war klar, daß er alles erneut hätte essen müssen und appetitlicher war es nicht geworden.
Inzwischen war es spät geworden. Nadja und Sandra rauchten noch genüßlich je eine Zigarette, mit deren Glut sie Haralds Allerwertesten ansengten und die sie schließlich auch darauf ausdrückten. Er schrie vor Schmerzen und er tat es erneut, als sie ihn auf dem Boden fixierten. Der war zwar angenehm kühl, aber dennoch konnte er nicht auf seinem Hintern liegen. Etwas anderes blieb ihm aber auch nicht übrig. Er war an den Hand- und Fußgelenken festgekettet an im Boden eingelassenen Eisenringen und konnte sich so gut wie nicht bewegen. Um seine Qual vollkommen zu machen, nahm Nadja vier Nadeln aus ihrer Tasche, von denen sie zwei Sandra reichte, die sie einen Moment lang fragend anschaute. Doch als sie sah, wie Nadja Harald die Nadeln unter Haralds Daumennägel stach (und wie hysterisch er darauf reagierte), wußte sie, was ihre Aufgabe war und sie verfuhr genauso an seinen großen Zehen. Zum Abschied gab es noch ein par Fußtritte, aber der Schmerz an Daumen und Zehen ließ Harald kaum darauf reagieren und so verließen sie ihn, zufrieden mit den ersten Lektionen und seinen Lernfortschritten. [/color]
"Was ist dir denn über den Weg gelaufen? Du siehst ja richtig mitgenommen aus."
"Ach hör' mir bloß auf! Tage gibt's, da hasse ich diesen Job. Da möchte ich einfach nur noch die Uniform ausziehen und zuschlagen!"
"Klingt ja übel, aber um was geht's denn eigentlich?"
"Ich war heute mit Dirk bei einem Einsatz, da hatten die Nachbarn angerufen, wegen des Lärms. Wir sind dann hin und die Nachbarin hat uns erzählt, daß sie den Verdacht hat, der Mann würde seine Freundin verprügeln. Wir also hin zu der Wohnung und geklingelt, aber keine Reaktion. Aber man konnte von draußen ziemlich deutlich hören, daß die Nachbarin wohl richtig lag. Man konnte die Schläge direkt hören und ihr Wimmern und ihre Schreie auch. Als Dirk dann mit der Faust gegen die Tür geschlagen hat, kam der Typ dann endlich aufmachen. Er hat uns aber nur bepöbelt und die Tür dann wieder zugeknallt. Dirk hat dann nochmal geklingelt und als er nicht aufgemacht hat die Tür eingetreten. Da ist er dann hochgegangen, wie weiland das HB-Männchen. Der ist richtig auf uns losgegangen und Dirk mußte ihn regelrecht zu Boden ringen und ihm Handschellen anlegen. Und die Freundin hättest du sehen müssen, die hatte er übel zugerichtet. Sie so 'ne kleine Püppi, weißt du? Vielleicht gerade mal 1,50 m und er so'n richtiger Bulle, mindestens 1,90 m und locker zweieinhalb bis drei Zentner schwer. Der muß etliche Male richtig zugelangt haben. Und was kommt dann? Wir sammeln das Schwein ein, halten ihn 48 Stunden fest und weil sie sich nicht traut, ihn anzuzeigen, müssen wir ihn dann wieder laufen lassen. Und wenn er zuhause ankommt, geht alles von vorne los. Erst entschuldigt er sich vielleicht noch, bringt Blumen mit und sagt, daß sowas nie wieder vorkommt, und nach einer Woche schlägt er wieder zu. Am Liebsten würde ich dem Typen mal richtig in die Fresse treten!"
"Dann tu's doch! Wo isser denn jetzt? Hier bei uns aufm Revier?"
"Ja, unten im Keller. Aber ich kann ihm ja schlecht in die Fresse treten. Der rennt doch dann gleich zum Arzt und sein Anwalt macht uns hier die Hölle heiß. Man könnte höchstens ein paar Griffe anwenden, die keine Spuren hinterlassen, aber das bringt auch nichts. Der bräuchte mal so richtig eine Abreibung die er nicht so schnell vergißt."
"Mmmh, ich weiß nich, aber wenn wir's ihm richtig geben, glaube ich nich, daß der zum Anwalt oder zum Arzt rennt. Aber das reicht nich, wenn wir den einfach nur weichprügeln, sowas stecken Männer relativ leicht weg. Wir müßten den so bis aufs Blut demütigen, daß der sich gar nich traut, irgendwem davon zu erzählen. Wann habt ihr den denn eingelocht?"
"Na jetzt gerade, bevor ich hier in den Pausenraum gekommen bin. Dirk ist noch vorne und tippt das Protokoll."
"Das heißt also, wir haben ihn noch bis Sonntagnachmittag hier. Wer is denn am Wochenende eigentlich im Haus?"
"Dirk und ich haben Dienst, Achim und du, Peter vorne in der Schreibstube und Dieter im Büro. Vera und Udo haben Bereitschaft, die würden im Ernstfall noch dazu kommen. Und die kleine Anwärterin, wie hieß die noch? Isabella oder so. Und die Putzfrau ist morgen Nachmittag auch da. Das war's, glaube ich."
"Na das klingt doch gut. Achim hält dicht, in so einem Fall auf jeden Fall, und Dirk denke ich mal auch. Denn machen die beiden morgen mal zusammen Außendienst, meinste das geht?"
"Ich denke schon. Und was ist mit den anderen?"
"Na was soll sein. Die beiden Papiertiger kriegen oben sowieso nix mit. Wenn Vera und Udo gerufen werden, denn hammse auch zu tun und die Anwärterin weiß, daß sie noch beurteilt wird. Außerdem macht die auf mich den Eindruck, daß sie auch nix dagegen hätte, so einem mal in den Sack zu treten. Und die Putzfrau kann sowieso kaum Deutsch. Wo kommt die noch her?"
"Keine Ahnung. Irgendwo vom Balkan, Bosnien, glaube ich. Ist ja auch egal. Weißt du noch was Udo erzählt hat? Der war doch mal ein halbes Jahr da unten um Polizeikräfte aus- und fortzubilden. Da gehen noch ganz andere Sachen ab, da würde ich nicht verhaftet werden wollen. Da gibt's gleich richtig Knüppel-aus-dem-Sack.- Oder auch -auf-den-Sack, je nachdem. Also die wird sich dabei eher nichts denken."
"Na denn is ja alles bestens. Denn sag ich mal sollten wir jetz unsre Partner ins Bild setzen und das klar machen fürs Wochenende und denn kann der Tanz beginnen."
"Ja, in Ordnung. Danach ziehe ich mich dann um und dann geht es ihm ans Leder. Hast du schon Ideen, was wir mit ihm machen wollen?"
"'n paar Sachen wüßt' ich schon, der Rest findet sich dann schon. Wir sind ja kreativ..."
"Na dann los..."
Nadja und Sandra gingen das vertrauensvolle Gespräch mit ihrem jeweiligen Partner suchen. Eigentlich eine Formalie, denn beide haben sich auch schon oft ähnlich geäußert und der ein oder andere Kriminelle könnte auch noch manche Episode erzählen, die weder in den einschlägigen Gesetzen, noch in den dazugehörigen Dienst- und Ausführungsbestimmungen so vorgesehen war.
Zeit für mich, die Protagonisten näher vorzustellen:
PMn Nadja Wegner hat schwarzbraune, lange, lockige Haare und braune Augen. Sie ist 31 Jahre alt, 1,72 m groß, wiegt 62 kg und trägt Schuhgröße 38, im Dienst schwarze Halbstiefel mit Profilsohle, dazu Uniform.
POKn Sandra Brockner hat rostbraune, kurze, fransig geschnittene Haare und grüne Augen. Sie ist 32 Jahre alt, 1,75 m groß, wiegt 68 kg und trägt Schuhgröße 39, im Dienst schwarz-weiße Sandplatz-Fußballschuhe von Puma, dazu Bluejeans, weißes T-Shirt und schwarze Lederjacke.
Harald Hrátiček ist ein richtiges Schätzchen. Er hat hellbraune Haare und trägt Vokuhila und Schnauzer. Er hat blaue Augen und ist 37 Jahre alt, 1,91 m groß und 130 kg schwer. Er ist gebürtiger Wiener und österreichischer Staatsbürger, die österreichische Polizei sucht ihn mit internationalem Haftbefehl u. a. wegen Zuhälterei, schwerer Körperverletzung, Betrug und Hehlerei. Sein Heimweh hält sich dadurch in Grenzen.
PKAn Isabella Proczek trägt lange, glatte, blonde Haare und hat blaue Augen. Sie 20 Jahre jung, 1,68m groß und wiegt 59 kg. Sie trägt schwarze Countryboots mit Kette und roten Applikationen in Größe 37, dazu eine schwarze Lederhose mit Fransen und eine ebensolche Jacke, dazu eine Bluse mit indianischen Motiven und indianischen Silberschmuck.
Nathalie Grunik ist die "Geliebte" von Harald H. Sie hat halblange brünette Haare mit Naturwellen und leuchtende blaue Augen. Sie ist 29 Jahre alt, 1,48 "groß" und 41 kg leicht. Sie trägt eine baungemusterte Bluse und einen beigen Rock, der ihr bis zu den Knien reicht, dazu naturbraune Mokassins in Größe 36.
Nachdem sich unsere beiden Rechtshüterinnen bei ihren jeweiligen Partnern ihrer Rückendeckung versichert haben, haben sie Kontakt mit Nathalie G. aufgenommen. Sie haben sich vorgestellt und und Nathalie G. einen besonderen Service angeboten.
N.W.: "Frau Grunik, erinnern sie sich noch an mich? Ich habe vorhin mit meinem Kollegen ihren Lebensgefährten in Gewahrsam genommen. Geht es ihnen inzwischen besser?"
N.G.: "Ja, es geht schon. Mein Kopf tut noch etwas weh, aber sonst habe ich nichts schlimmes abbekommen. Wissen sie, Harald ist sonst kein Schlechter, wenn nur nicht immer diese Gewaltausbrüche wären... Wenn ich ihm das doch bloß abgewöhnen könnte. Ich habe schon alles versucht..."
S.B.: "Alles? Frau Grunik, wir sind hier, um ihnen ein besonderes Angebot zu machen. Meine Kollegin und ich, wir sind spezialisiert darauf, gewalttätige Männer zu domestizieren. In ein, zwei Tagen machen wir aus jedem Tiger ein Schmusekätzchen. Das ist allerdings nicht ganz legal und wir machen es nur auf ausdrücklichen Wunsch der jeweiligen Frauen. Da wir aus Überzeugung handeln, wäre das für sie völlig kostenlos. Sie müssen uns nur sagen, wie weit wir dabei gehen sollen."
N.G.: "Ich verstehe nicht ganz... Wie muß ich mir das vorstellen?"
N.W.: Ich will es mal so ausdrücken: Wir verfügen über die Mittel, Männern den erforderlichen Respekt gegenüber Frauen zu vermitteln. Sie sagen uns, wie devot sie ihren Harald wiederhaben wollen und wir trainieren ihn soweit, bis er die Lektionen verstanden hat."
N.G.: "Sie meinen, sie können ihn soweit umerziehen, daß er sein Wesen ändert? Das kann ich nicht glauben."
S.B. "Na dann probieren sie es doch einfach aus, sie haben ja nichts zu verlieren. Wenn wir keinen Erfolg haben sollten, was ich nicht glaube, dann stehen sie sich ja auch nicht schlechter als jetzt. Und anderenfalls machen wir aus ihrem Pitbull ein Schoßhündchen, das ihnen die Füße leckt."
N.G.: (kichert) "Ja, das würde ich zu gerne erleben... Aber sie haben recht, was habe ich schon zu verlieren. Machen sie ihn so devot, wie es nur geht. Ich möchte einen willenlosen Sklaven haben, der mir zu Füßen liegt. Tun sie, was sie für erforderlich halten, ich bin sehr gespannt!"
S.B.: "Verlassen sie sich auf uns, sie werden ihn nicht wieder erkennen."
Nachdem sie sich von Frau grunik verabschiedet hatten, fuhren unsere beiden Rächerinnen wieder zum Revier, um ihrem Opfer entgegen zu treten. Während der Fahrt entwickelten sie erste Pläne. Bei Frau Grunik hatten sie ziemlich dick aufgetragen, in Wahrheit gab es nur einen Fall, wo sie einen Mann gefügig gemacht hatten, aber immerhin betrug die Erfolgsquote 100 % und ein zweiter Versuch könnte ja auch nicht schaden, zumal die Sache beim letzten Mal einen Heidenspaß gemacht hatte.
Harald Hrátičeks Zelle war genau 2 x 4 m groß und ziemlich übersichtlich möbliert: rechts neben der Tür befand sich ein kleiner quadratischer Tisch und ein Stuhl. Rechts in der Ecke war eine Pritsche und die linke hintere Ecke war durch einen Vorhang abgetrennt, dahinter befand sich ein WC und ein Waschbecken. In der Mitte der Zelle befand sich ein Ablauf im Boden. Die Zelle befand sich im Keller des Gebäudes und war fensterlos. Als unsere beiden Heldinnen die Zelle aufschlossen und betraten, lag Harald H. auf seiner Pritsche und starrte die Decke an. Sofort stand er auf, kam auf die beiden Beamtinnen zu und begann sie zu beschimpfen. Weit kam er damit allerdings nicht, denn eine harte Gerade von Sandra B. stoppte seinen Redefluß abrupt. Er hatte gerade wieder Luft geholt um fortzufahren, als ein harter Schlag von Nadja W. ihn in den Magen traf, so daß die Luft ungenutzt wieder entwich. Ungläubig starrte er die beiden Polizistinnen an. Wie konnte sowas denn in einem Rechtsstaat möglich sein? Die beiden V....n mußten doch total ausgetickt sein! An dieser Stelle fanden seine Gedanken ein plötzliches Ende, denn Sandras Knie, das gerade mit Schwung zwischen seine Beine fuhr, ließ ihn im Schmerz versinken. Er krümmte sich und beugte den Oberkörper vor, genau wie Nadja es erwartet hatte. So kam es auch, daß sein Gesicht eine schmerzhafte Kollision mit ihrer Schuhspitze hatte. Ihm wurde einen Moment schwarz vor Augen, dann hatte er sich wieder in der Gewalt. Er versuchte nach Sandra zu schlagen, diese wich aber geschickt aus und beförderte ihn mit einem Schulterwurf auf den harten Zellenboden. Bevor er wieder aufstehen konnte, wurde er von beiden Frauen mit den Füßen am Boden fixiert, Sandra drückte ihm die Noppen ihrer Sohle fest ins Gesicht, während Nadja ihren Fuß fest in seinen Schritt drückte. Die nächste Viertelstunde verbrachten die beiden damit, Harald zu treten und zu Ohrfeigen, bis er den Widerstand aufgab. Sandra erklärte ihm, daß sie für ihn von jetzt an und für immer für ihn nur noch "Herrin" war, und weil er nicht sofort mit "Ja, Herrin" antwortete, trat sie ihm mit aller Kraft in den Magen. Das "Ja, Herrin", das er daraufhin stöhnte war auch nicht wirklich überzeugend, aber sie beließ es dabei. Nadja war ja auch noch da... Sie verfolgte allerdings eine andere Taktik: sie trat erst zu und eröffnete ihm erst danach, daß sie künftig seine "Meisterin" sein würde. Sein "Ja, Meisterin" war nur ein kraftloses Flüstern.
Anschließend nahmen die zwei ihm seinen protzigen Zuhälterschmuck incl. einer Rolex Daytona ab, sein iPod wurde ihm schon bei der Verhaftung weggenommen. Sie erklären ihm, daß er sich leider davon würde trennen müssen, weil sie das Geld dringend benötigten, um sich neu einzukleiden. Er wisse, als Polizistin ist das Salär eher schmal und sie wollten doch schön sein für ihn, wenn sie mit ihm spielten. Und "Uhren-Ede", ein stadtbekannter Hehler würde sicher einen guten Preis machen... Das bezweifelte Harald, der Ede nicht unbedingt als großzügigen Menschen kennengelernt hatte. Aber das betrübte unser Dompteur-Duo auch nicht weiter, schließlich war da ja noch sein Porsche 911, der wäre sicher auch für ein paar Euro fünfzig gut... Harald wurde bleich und stammelte nur "nicht den Porsche", aber er sah selbst ein, daß seine Verhandlungsposition eher schwach war.
Abe das sollte nicht die letzte schlechte Nachricht des Tages sein. Seine beiden Peinigerinnen fanden nämlich, daß es nur gerecht sei, daß sie, wenn sie sich für ihn hübsch machen würden, auch von ihm erwarteten, daß er an seinem Äußeren feilte. Und plötzlich fand er sich vor Nadja kniend wieder, Sandra stand von hinten auf seinen Waden und hielt seinen Kopf fest, während Nadja plötzlich ihren Lady-Shaver in Händen hielt. Sie schor ihm den Bart und seine Vokuhila-Frisur, ohne Schaum, und man konnte nicht direkt sagen, daß sie mit besonderem Feingefühl zu Werke ging. Nach 20 schmerzhaften und demütigenden Minuten war er nun seiner Haarpracht beraubt und ihm fiel ein, daß man in seiner Wiener Heimat den Begriff "G'scherter" verwendete. Damit wurden Provinzidioten bezeichnet; der Begriff hatte seinen Ursprung im Mittelalter, als man Leibeigene kahl rasierte und sie so zu "Geschorenen" wurden. Zu diesem Zeitpunkt konnte er allerdings noch nicht wissen, wie nahe er der Wahrheit damit kam.
Die beklemmende Stille wurde unterbrochen von seinem Magenknurren. Die beiden betrachteten ihn noch einen Moment lang zufrieden, bevor sie ihn verließen, um sein Abendbrot zu holen. Schwer zu sagen, wie es um die Küchenkünste der beiden stand, denn bei der Zubereitung seines Abendbrotes legten sie den Schwerpunkt nicht unbedingt auf guten Geschmack und ansprechendes Erscheinungsbild. Vielmehr sammelten sie im Pausenraum die Reste zusammen: ein angebissener, matschiger Burger, eine halbe Currywurst, ein Rest Zaziki, dessen MHD 8 Tage drüber war und ein paar Pommes aus dem Mülleimer bildeten die Basis. Damit man den üblen Geruch des "Essens" nicht so wahrnahm, leerten sie noch den Aschenbecher darüber aus, der Geruch der kalten Asche überlagerte das Essen weitgehend. Nur der Knoblauch vom Zaziki drang noch etwas durch... Nachdenklich betrachtete Nadja das Festmahl, fand aber, daß es an einer persönlichen Note fehlte. Also zog sie Schuhe und Strümpfe aus und schnitt sich die Zehennägel, Sandra tat es ihr nach. Nun sah es doch richtig widerwärtig aus, genau das Richtige für Harald. Blieb nur zu hoffen, das Götz ihnen das verzieh. Götz war einer von den Polizeihunden und Nadja hatte sich kurzerhand seinen Futternapf ausgeliehen.
Bevor Harald jedoch anfangen durfte zu essen (und auch bevor er überhaupt sehen konnte, was es leckeres gab), mußte er seiner Herrin und seiner Meisterin ausgiebig die Schuhe lecken- quasi als Vorspeise und Appetitmacher. Er gab sich auch große Mühe, sie nicht zu enttäuschen. Umso größer war dann seine Enttäuschung, als er sah, was sein "Essen" sein sollte. Er wollte gerade protestieren und sagen, daß er das niemals essen würde, aber Sandras Hand in seinem Genick drückte ihn unbarmherzig mit dem Gesicht in den Napf. Kurz sträubte er sich noch, aber als auch Nadjas Fuß ihn nach unten in den Napf drückte, gab er es auf. Er aß. Er aß den ganzen Napf restlos leer- sogar den Rest Hundefutter, der noch unten im Napf gewesen war. Um ehrlich zu sein: das war noch das Schmackhafteste und wohl auch das Gesündeste an dieser Mahlzeit. Er hatte einen widerlichen Geschmack im Mund, sein Magen drehte sich und es war wohl ganz gut, daß er nicht wirklich gesehen hat, was er alles gegessen hatte... Schließlich bekam er noch einen "Absacker", der wirklich bitter für seinen Magen war (in Gestalt zweier heftiger Fußtritte) und dieser hätte sich auch fast dabei entleert. Er konnte sich mit größter Mühe beherrschen, denn ihm war klar, daß er alles erneut hätte essen müssen und appetitlicher war es nicht geworden.
Inzwischen war es spät geworden. Nadja und Sandra rauchten noch genüßlich je eine Zigarette, mit deren Glut sie Haralds Allerwertesten ansengten und die sie schließlich auch darauf ausdrückten. Er schrie vor Schmerzen und er tat es erneut, als sie ihn auf dem Boden fixierten. Der war zwar angenehm kühl, aber dennoch konnte er nicht auf seinem Hintern liegen. Etwas anderes blieb ihm aber auch nicht übrig. Er war an den Hand- und Fußgelenken festgekettet an im Boden eingelassenen Eisenringen und konnte sich so gut wie nicht bewegen. Um seine Qual vollkommen zu machen, nahm Nadja vier Nadeln aus ihrer Tasche, von denen sie zwei Sandra reichte, die sie einen Moment lang fragend anschaute. Doch als sie sah, wie Nadja Harald die Nadeln unter Haralds Daumennägel stach (und wie hysterisch er darauf reagierte), wußte sie, was ihre Aufgabe war und sie verfuhr genauso an seinen großen Zehen. Zum Abschied gab es noch ein par Fußtritte, aber der Schmerz an Daumen und Zehen ließ Harald kaum darauf reagieren und so verließen sie ihn, zufrieden mit den ersten Lektionen und seinen Lernfortschritten. [/color]
