11.02.2010, 03:18
Zitat:[h2]Teil 1: Die Feunding[/h2]
Eigentlich mochte Georg seine Ausbildung. Immerhin hatte er eine. Das war für einen ehemaligen Hauptschüler nicht selbstverständlich. Die meisten seiner Freunde hatten keinen Ausbildungsplatz abgekommen. Die meisten seiner Freunde brachten allerdings auch keinen vernünftigen deutschen Satz zu Stande.
Georg aber, war schon immer eher der ruhige Typ gewesen. Während seine Freunde im Deutschunterricht Bushido aufdrehten hielt er sich zurück und folgte dem Lehrer. Er war vielleicht nicht sonderlich begabt, aber sehr wohl bemüht. Das war wahrscheinlich auch der Grund warum er den Ausbildungsplatz bekommen hatte.
Einzelhandelskaufmann bei einem großen Discounter war zwar kein gut bezahlter Beruf, aber die Arbeit war ehrlich und nach seiner Ausbildung würde er sich sogar eine eigene Wohnung leisten können.
Große Ketten, besonders in der Billig-Branche aber haben die Angewohntheit nicht sonderlich zimperlich mit ihren Angestellten umzugehen. Es geht eben vor allem um Profit. Und die Menschen die diesen erwirtschaften sind bestenfalls Mittel zum Zweck. Entsprechend war der Arbeitsplatz unsicher und die Angestellten standen unter großem Druck.
Dennoch hatte Georg gefallen an seinem Beruf gefunden. Er arbeitete in einer kleinen Filiale mit fünf Angestellten, davon vier in Teilzeit. Das hatte zu Folge, dass er immer mit einer anderen seiner fünf Kolleginnen arbeiten durfte.
Eigentliche empfand er sie alle als sehr nett, aber Dreck fällt bekanntlich nach unten, so dass Georg trotz eines recht fairen Arbeitsklimas klar gemacht wurde, wo er in Hierarchie stehe. Nämlich ganz unten. Wenn einer seiner Kolleginnen einen Gurkenglas hinunter fiel wurde der Azubi gerufen um es aufzuwischen. In der Mittagspause hatte er alleine auf den Laden aufzupassen. Unliebsamen Kunden wurde er als Sündenbock vorgeführt.
Aber das alles machte ihm nichts aus, denn seine Kolleginnen behandelten ihn sonst fair und gaben ihm zum Teil gute Bewertungen. Nicht nur weil er stets parierte, sondern auch weil er fleißig war.
Georg hatte also eine recht angenehme Ausbildung. Wenn da nur nicht die Chefin gewesen wäre. Die Discounter Kette hatte vor einiger Zeit ihre Hierarchien verändert. Statt eines kleinen Marktleiters der meist selbst aus dem Beruf des Einzelhändlers kam war man auf qualifiziertes Personal umgestiegen, welches nun für viele Märkte verantwortlich war.
Seine Chefin hieß Nadine, 25 Jahre alt. Sie hatte die neue „Management of Sales and Trading Markets“-Ausbildung durchlaufen. Das hieß, sie kam mit 19 Jahren vom Gymnasium, lernte 1 ½ Jahre lang das Handwerk eines Einzelhändler, studierte dann 3 Jahre BWL, assistierte 1 ½ Jahre einem anderen Marktleiter und war nun seit zwei Monaten für drei kleine Märkte verantwortlich. Ihr Job war hart. 50 Stunden Woche, viel Stress, viel hin und her fahren. Dafür gab es aber ein sattes Gehalt und sie war auch noch jung genug um mit der Belastung fertig zu werden. Auch sie war dem Druck von oben ausgesetzt. Immer mehr Profit zu erwirtschaften und das Personal immer härter ran zunehmen.
In der Ausbildung, besonders im letzten Abschnitt hatte sie „Human Mangment“ erlernt. Oder anders gesagt, wie presst man aus Angestellten die höchste Leistung heraus. Das Prinzip war einfach: Der Mensch sollte stetig unter Druck sein, hohen Respekt bis Angst vor seinem Vorgesetzten haben und immer überwacht werden.
Nadine hatte sich als gelehrige Schülerin erwiesen. Während die meisten von Georgs Kollegen sich meist offen über ihre neue Chefin ärgerten und ihre kühlen Anweisungen zwar gewissenhaft, aber mit einem Hauch von Trotz ausführen, fürchte sich Georg vor ihr.
Sie war nur Freitags und Samstags in Georgs Markt. Der Tagesablauf war aber immer gleich. Morgens, punkt 6.30 hatte er auf der Matte zu stehen. Nadine war dann meist schon da, die Kolleginnen kamen in der Regel bis 6.45. Er hatte ihr dann unverzüglich einen Kaffee zu kochen und ihn ihr zu servieren.
Wenn er Glück hatte, schmeckte er ihr, wenn nicht, würde sie ihn das den ganzen Tag spüren lassen. Sie überwachte jeden seiner Schritte. Wann immer er nicht sputete machte sie ihn zur Sau. Teilweise schrie sie ihn vor den Kunden und dem ganzen Personal zusammen. Wenn er einen Fehler machte, musste er einen mindestens vierseitigen Aufsatz schreiben, was er falsch gemacht hatte und warum er das nie wieder tun würde. Diesen durfte er anschließend vor ihr verlesen.
Manchmal dachte sie sich grundlos Gemeinheiten aus. Einmal lies sie „versehentlich“ einen Schluck Kaffee auf ihre Adidas Superstars tröpfeln, welche Georg dann mit einem Taschentuch reinigen musste. Ein anderes mal, verbot sie ihm einen ganzen Tag lang die Toilette zu benutzen. Als er schließlich den Laden verließ konnte er den Urin nicht mehr halten und pinkelte sich seine Hose voll.
Georg aber, ertrug die Demütigungen, obwohl seine ganze Woche von der Angst vor dem Wochenende gezeichnet war. Man mag in diesem Sinne die Methoden seiner Dienstherrin nicht unbedingt als menschlich, aber als effektiv bezeichnen. Denn wenn sie da war, spurte Georg und arbeitete gründlicher als sonst.
Nur einmal hätte Georg beinahe die Erniedrigungen nicht mehr ertragen. Eines Morgens, Nadine war schon eine Weile im Amt, kam er wie befohlen um 6.30 in den Markt. Er setzte schon den Kaffee auf und wollte seine junge Chefin gerade mit der gebotenen Demut und Respekthaftigkeit begrüßen, da sah er, dass sie nicht alleine gekommen war. Sie hatte offenbar eine Freundin mitgebracht.
Ihr Name war Sina. Anders als Nadine war sie nicht blond, sondern brünett. Sie waren wohl gemeinsam zur Schule gegangen und sie studierte jetzt wohl Jura, war aber im Begriff fertig zu werden. Sie trug schwarze Stiefel, mit leichtem Absatz, dazu eine dunkelblaue Röhrenjeans. Auf jeden Fall ein passenderes Outfit als das von Nadine mit dem üblichen schwarzen Top und den weißen Superstars.
Nadine wollte ihrer Freundin wohl ihre Arbeit zeigen, auf jeden Fall verschwendete sie keine Zeit deutlich zu machen, wie ihre Stellung war. Sie stellte Georg als einen nutzlosen und dummen Fußabtreter dar. Sie redete über ihn, als wäre er gar nicht da und blamierte ihn auf verbale Art vor der fremden Dame, die sich mit Belustigung an Georgs Unvermögen sich zu wehren weihte.
Zur Vorführung befahl sie ihm dann noch den Kaffee zu holen und ihn ihr und Sina zu servieren. Das aber war ihr noch nicht genug. Sie wollte ihre Macht voll auskosten und befahl ihm Sina die schwarzen Stiefel zu putzen. Georg zögerte einen Moment, als er jedoch „nie gekanntes Leiden“ angedroht bekam kam er unter dem Lachen von Sina dem Befehl nach.
Den restlichen Tag verbrachte Georg mit Scham im Gesicht. Als er Abend nach Hause kam, fühlte er sich kaum noch wie ein Mensch. Er schwor sich in Zukunft noch härter zu arbeiten, damit seine Dienstherrin keinen Grund mehr haben würde ihn vorzuführen. In dieser Hinsicht funktionierte das Konzept von Nadine in jeder Hinsicht.
Zitat:[h2]Teil 2: Die Kommissionierung[/h2]
Zwei Wochen waren seit der entwürdigenden Behandlung vor Nadine und ihrer Freundin Sina vergangen. Georg hatte den Vorfall mittlerweile beinahe verdrängt. Beim Gedanken an die Entmenschlichung bekam ihn aber immer noch ein sehr unangenehmes Gefühl. Gott sei dank musste er Sina seit dem nicht mehr wieder sehen und Nadine hatte sich auf das übliche unter Druck setzen beschränkt.
An diesem Wochenende aber war Kommission im kleinen Einkaufsmarkt. Kommission hieß einmal im Jahr alles zählen was im Markt war. Daran stellte man letztendlich den Diebstahl fest und konnte die Bilanz des Marktes erkennen. Da man aber jede Milchtüte, jede Haribopackung und jedes Päckchen Kaugummi zählen musste war das eine äußerst unbeliebte Aufgabe, die so oft es ging an Azubis und Aushilfen weitergegeben wurde.
So auch an diesem Wochenende. Georgs Dienstherrin, also Nadine hatte ihn verpflichtet an Sonntag zum kommissionieren. Unterstützt werden sollte er dabei von Angelika, der gutmütigen und lieben stellvertretenden Marktleitung, sowie zwei Aushilfen von der benachbarten Schule. Georg war darüber aber keineswegs begeistert. Er war schließlich treuer Fan des FC St. Pauli und an diesem Sonntag stand ein wichtiges Spiel an.
Dennoch hätte er sich problemlos damit abgefunden, hätte er nicht am Freitag erfahren, dass Angelika spontan krank geworden war und stattdessen Nadine einspringen würde. Diese Meldung traf Georg wie ein Schlag. Einen ganzen Tag alleine mit Nadine, die ihn permanent demütigen würde und das auch noch vor zwei jungen Aushilfen. Ihn überkam eine solche Angst, dass er beinahe die ganze Nacht von Samstag auf Sonntag wach lag und mit einem beinahe panischen Gefühl am Sonntagmorgen zum Siebten Glockeläuten des Tages im Discounter aufkreuzte.
Das Spiel war wieder einfach. Nadine war schon da und er wurde angezählt ihr einen Kaffee zu bringen. Nadine hatte zu Georgs Erschrecken ungewohnt schlechte Laune. Er fühlte bereits, wie sie die Lust überkam, diese an ihm auszulassen. Kein Wunder, denn auch Nadine war kurzfristig eingesprungen und hatte ihren freien Sonntag geopfert. Für eine Arbeit die ja eigentlich eher was für niedere Menschen wie eben Georg war.
Mit einem leichten Zittern übergab Georg also Nadine ihren Kaffee. Sie war heute schick sportlich gekleidet. Sie trug ein weißes Top, darüber einen blauen Adidas Trainingsanzug. Ihre Füße hatte sie in graue Sportschuhe gesteckt. Oberhalb ihrer Ferse schauten weiße Tennissocken heraus. Eigentlich empfand Georg Nadine als attraktiv. Sie war ja auch kaum 6 Jahre älter als er. Natürlich wusste er, dass eine klare Hierarchie zwischen ihnen beiden herrschte und er niemals auf einem Niveau mit ihr stehen würde. Aber attraktiv fand er sie trotzdem.
Aus diesem Betrachtungswinkel waren die Demütigungen die sie an ihm vollzog besonders quälend. Es gibt schließlich nicht viel Unangenehmeres als von einem Menschen gequält zu werden, mit dem man viel lieber ins Kino oder in die Disco gehen würde.
Punkt 7:30 kamen dann auch die beiden Schülerinnen vom Gymnasium. Beide waren sie in der 12ten Stufe und wollten sich als Aushilfen schnell etwas dazuverdienen. Und Kommissionieren wurde mit 8 Euro die Stunde entlohnt und war im Prinzip sehr leicht verdientes Geld.
Melanie war die Ältere von beiden. 19 Jahre um genau zu sein. Sie war ein hübsches junges Mädchen mit schwarz gefärbten Haaren. Georg vermutete, dass sie auf Metal stand. Dafür sprachen auch das schwarze Top in Kombination mit schwarzer Hose und schwarzen Chucks. Alles in allem hatte sie ein hübsches Gesicht, war aber mit 1,60 etwas klein geraten.
Das andere Mädchen hieß Ricarda. Sie etwas größer, schlank und sportlich. Anders als Melanie war sie farbenfroher gekleidet. Sie trug ein rotes Shirt und eine enge Röhrenjeans. Ihre Füße steckten in roten Sneakers.
Beide Mädchen stellten sich brav, zum Teil etwas unsicher, bei Nadine und Georg vor und wurden von der Dienstherrin so gleich überschwänglich herzlich begrüßt und ins Aufenthaltszimmer gebeten. Nadine bat beiden einen Kaffee an und schickte dann Georg in einem äußert herablassenden Ton an, sie zu machen.
Dies entging auch Melanie und Ricarda nicht, die alsbald mitbekamen, dass Nadine besonders ihm gegenüber eine äußert strenge Chefin war. Georg servierte den beiden Aushilfen schließlich ihren Kaffee. Geistesgegenwärtig bedankte sich Melanie natürlich, was von Nadine mit einem „Ach, du brauchst dich bei dem Azubi nicht zu bedanken, der hat zu tun, was ich ihm sage!“ kommentiert wurde. Dies nahm Melanie leicht belustigt zu Kenntnis. Ricarda hingegen setzte es gleich um bedankte sich bei Georg mit einem fiesen Grinsen und dem Ausspruch „Brav!“.
Georg wäre in diesem Moment beinahe vor Scham im Boden versunken. Eigentlich war er Auszubildender, dass war sein Revier. Und trotzdem bediente er die Auszubildenden und Nadine machte ihn auch noch vor ihnen lächerlich. Und war offenbar damit bemüht ihn auch unter die Mädchen zu stellen. Aber was sollte er tun, die Frauen waren sich offenbar gleich sympathisch gewesen.
Während sich die Damen unterhielten hatte Georg neben dem Tisch zu stehen. Er durfte sich auf direkten Befehl von Nadine hin, nicht setzen, sondern musste warten. Wie ein Butler wartete er nun bei den lachenden Menschen im Dienstzimmer. Nadine schickte ihn noch einmal neuen Kaffee holen und während er in der Küche war, hörte er aus dem Nebenraum ein Lachen. Natürlich hatten sie sich über ihn, den kleinen Butler lustig gemacht.
Danach ging es sogleich los. Nadine verteilte Aufgaben. Georg hatte zunächst das Obst zu zählen. Eine unangenehme Aufgabe, da man Obst anders als Haribo-Tüten nicht auf den Boden schmeißen konnte und man entsprechend regelmäßig vor der Frage stand ob man den Apfel jetzt schon gezählt hatte, oder eben nicht. Nach zwei Stunden aber war er fertig und meldete sich bei Nadine um ihr das Ergebnis mitzuteilen.
Nadine aber entschied statt ihm eine neue Aufgabe zu geben Ricarda herbeizurufen. „Kannst du bitte noch mal mit dem Versager zu den Clementinen gehen. Da hat er sich sicher verzählt, lass sie dir vorzählen und pass bitte auf, dass er das richtig macht.“ Georg wurde beinahe rot im Gesicht. Jetzt sollte auch noch eine Aushilfe seine Arbeit überwachen. Das schlimmste aber war, dass er auf die Toilette musste.
Nadine hatte befohlen, dass wann immer er aufs Klo musste, er eine Erlaubnis von ihr brauchte. Sie verweigerte sie ihm aber nun, da er gefälligst erst die Clementinen richtig zählen sollte. Er durfte aber aufs Klo gehen, wenn Ricarda entschied, dass er richtig gezählt habe.
So führte sie ihn zum Obstregal. Und während er auf dem Boden kroch und Ricarda, die ihre Stellung zu genießen schien, laut die Clementinen vorzählte kämpfte er mit aller Kraft darum, seinen Harndrang aufzuhalten. Ricarda hingegen kostete ihre Stellung voll aus. Viermal ließ sie ihn die Clementinen nachzählen. Ständig trieb sie ihn an mit „Mach mal schneller!“ oder „Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit!“. Schließlich und letztendlich erlaubte sie ihm aber nachdem er den Tränen nahe gebettelt hatte die Toilette aufzusuchen. Er hatte richtig gezählt. Wahrscheinlich hätte sich Nadine andernfalls auch weiter an ihm ausgetobt.
Nach knapp 7 Stunden aber war die Arbeit vorbei. Die Mädels versammelten sich im Raum, Nadine ließ sich und allen von Georg Wasser herantragen. Eine Danke blieb diesmal aus. Für Georg schlimmer als das war aber, dass Nadine und Ricarda bei der Arbeit festgestellt hatten im gleichen Handballverein zu spielen. Nadine in der Frauenmannschaft, Ricarda in der A-Jugend. Sie hatten offenbar Samstags ihre spiele und Ricarda klagte darüber noch kaputt zu sein.
Nadine nahm dies zum Anlass ihr eine Fußmassage von Georg anzubieten. Unter dem Gelächter aller drei Frauen begann dieser Ricardas schwarzbestrumpfte Füße zu massieren. Er hatte dabei die Augen geschlossen um die Tränen zu verbergen. Ricarda hingegen fühlte sich in diesem Moment unglaublich gut. Eigentlich hatte sie keine ausgeprägte sadistische Ader, aber wenn ein Mensch schon vor ihr kroch, gab es eigentlich keinen Grund nicht auf ihn zu treten.
Auch Nadine konnte sich eines gewissen sadistischen Spaßes nicht verwehren. Selbst Melanie die sich eher passiv verhielt verfolgte die Szenerie mit einem Grinsen. Als der Tag schließlich zu Ende war ging Georg nach Hause.
Den Rest der Woche hatte er ständig die quälende Erinnerung an Sonntag im Kopf. Und er fürchtete sich vor dem Tag, an dem die Mädchen aus der benachbarten Schule wieder im Laden vorbeischauen würden.
Ricarda hingegen konnte diesen Tag kaum erwarten, die Gelegenheit sollte sich schließlich am Freitag der Woche ergeben…
