D T B

Normale Version: [Story] Die peinliche Befragung
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Medea hatte miese Laune. Eigentlich gab es dazu keinen Anlass. Sie hatte eine begehrte Stelle im Innenministerium, wurde gut entlohnt und hatte beinahe ihre Wohnung abbezahlt. Im Prinzip ging es ihr außerordentlich gut.

Doch an diesem Morgen hatte sie sich mit ihrer Mutter gestritten. Sie hatte Medea ihre Unzulänglichkeiten vorgehalten. Mal wieder. Wie immer. Ständig mäkelte sie an ihr rum. An ihrer neuen Frisur, an ihrem Freund und vor allem an ihrer Arbeitstelle. Ihre Mutter war Professorin für Jura an der Universität von Belgrad. Eine der wenigen Frauen im ganzen Land die diese Stellung erreicht hatten. Sie lehnte mit den vielen anderen liberalen Wissenschaftlern, Politikern und Unternehmern die sozialistische Hardliner Regierung des neuen Präsidenten Milosevic ab. Vor allem den sich verstärkenden Rassismus gegen die muslimische und bosnische Bevölkerung in der jugoslawischen Föderation.

Medea hingegen kümmerte sich nicht um Politik. Und schon gar nicht um Jura. Sie hatte ihre Ausbildung bei der Kriminalpolizei abgeschlossen. Hatte sogar den Sporttest (im dritten Anlauf) bestanden und war schnell zum Innenministerium gewechselt und von ihrer Vorgesetzten fix in eine verantwortungsvolle Stellung gebracht worden. Nun diente sie dem Staat und dies tat sie zwar ohne Überzeugung, aber mit hoher Präzision und Effektivität.

Natürlich hatte sie eine Geheimhaltungsklausel unterschrieben. Über die Verhöre die im dunklen Keller unter ihrer Aufsicht stattfanden sollte schließlich nicht das ganze Land, und schon gar nicht die ausländische Presse, Bescheid wissen. Dabei kam es nur selten zu Todesfällen. Ihr selbst war das sogar noch nie passiert. Ihre Vorgesetzte hatte wohl vergangene Woche eine Verdächtige versehentlich zu Tode getreten, aber sie selbst hatte bisher immer ihr Ziel schnell und sicher erreicht.

So hätte es auch wieder am heutigen Tag sein können. Doch eigentlich konnte das nichts werden. Nicht so wütend wie sie durch die dunklen Gänge des Kellers stampfte und in ihren Bereitschaftsraum ging. Ihre Assistentin Carla hatte die Akte des Verdächtigen schon rausgelegt.

Ein mutmaßlicher Offizier der albanischstämmigen Rebellenallianz. Und möglicherweise jemand der wusste wo sich das Flüchtlingslager der Albaner in Sarajevo befand. Davon hatte sie in vergangener Zeit öfter gehört. Albanische Geschäftsleute hatten akut begonnen das Land zu verlassen, vermutlich der Tatsache geschuldet, dass die Polizei immer wieder Albaner in Dörfern und kleinen Städten öffentlich an den Pranger stellte. Zur freien Verfügung der Bevölkerung. Obwohl es meist nur zu Verletzungen kam und der Tod ausblieb. Und natürlich zu einer besonderen Form der Erniedrigung.

Muslime zu zermürben machte ihr besonders Vergnügen. Dass Prozedere war immer ähnlich. Erst galt es sie in ihrer Männlichkeit zu verletzen, danach in ihrer Würde allgemein und wer danach nicht redete wurde solange gequält bis er sprach oder starb. Bisher hatten alle Gesprochen.

Mit einem hämischen Lächeln betrat sie das Verhörzimmer. Der Albaner war auf einen Stuhl gefesselt, die Hände hinter der Rückenlehne zusammengeknotet. Er sah sie an. Verächtlich. Was er wohl dachte? Eine Frau? Ein Weib? Ja so was wird es gewesen sein.

Der erste Schritt bei jedem harten Verhör war es sich einen Eindruck zu verschaffen. Sie blickte ihn tief an. Heute hatte sie Lust sich auszuleben. Peinliche Befragung ordnete sie an. Eigentlich ein Begriff des Mittelalters, jedoch gleichsam auch als Synonym für eine schmerzliche und entwürdigende Folter zu verwenden.

Sie machte auf dem Absatz ihrer schwarzen Stiefel kehrt und verlies den Raum. Zwei Wachleute begannen sofort den Verdächtigen vom Stuhl zu reißen und der grimmige Blick des Gefangenen wandte sich in unangenehme Ohnmacht. Binnen weniger Sekunden und einige sadistische Witze der Wachleute später saß nun ein kümmerlicher Haufen Mensch auf dem Stuhl.

Noch immer sah Medea ihm seinen Stolz an. Eigentlich war es nun Sitte den Gefangenen erst einige Stunden nackt und unter den Augen Witze reißender Wachleute auf dem Stuhl (der Stuhl war im Übrigen an den Seiten absichtlich verkleinert und so besonders unangenehm zum Sitzen) hocken zu lassen. Mindestens solange bis er seine Notdurft verrichtet hatte. Danach stieg, ganz besonders beim Anblick einer attraktiven Frau wie Medea die Scham meist ins Unermessliche und das Verhör würde umso effektiver verlaufen. Aber dazu hatte Medea heute keine Lust.

Sie betrat den Raum erneut und blickte ihn tief an. „Wo?“ tönte es aus ihrem Mund. Ja er hatte verstanden. Er wusste was sie von ihm wollte. Seiner Nacktheit trotzend blickte er dennoch starr zurück. „Verpiss dich Schlampe!“. Medea nickte kurz und bedächtig. Danach hob sie ihren Fuß und trat ihm so fest die konnte ins Gesicht. Blut quoll aus seiner Lippe. Sie trat noch einmal. Und noch einmal. Und noch einmal. Mal mit der Sohle, mal mit der Stiefelspitze.

Damit hatte er sicher nicht gerechnet. Schmerz und die Antastbarkeit seines Körpers hatten ihn erschrocken. Auf einmal musste er sich seiner Ohnmacht bewusst sein. Und Medeas Allmacht über ihn. Und während Medea sich eine Zigarette anzündete, beschwerte sich die Atmung des Gefangenen. Erhöhten sich Herzfrequenz und Blutdruck. Und natürlich Angst, aber auch Scham, geschuldet der Tatsache einer attraktiven wie sadistischen Frau ausgeliefert zu sein.

Medea hielt die ganze Zigarette über inne. Als sie sie fast aufgeraucht hatte, trat sie an den Gefangenen heran. Sie hauchte ihm einen Schwall aus kaltem, blauen Rauch ins Gesicht. Er schloss kurz die Augen. Sie spürte seine Erregung, sein Zittern. Sie hielt ihm die Zigarette unter die Nase. Sah wie seine Pupillen sich auf die heiße Glut versteiften. Du wiederholte ihre Frage.

Natürlich antwortete er immer noch nicht. Das hatte sie erwartet. Möglicherweise auf die gleiche Art, wie der Gefangene das Ausdrücken der Zigarette auf seiner Stirn erwartet hatte, die Medea nur mit einem kalten Blick kommentierte. Eindringlich blickte sie ihm nun in die Augen. Dem Gefangenen schossen Tränen in die Augen. Er hatte die Situation überschätzt. Er war sich nicht bewusst gewesen in welcher Lage er sich befand. Und nun führte die schöne, schwarzhaarige Frau ihm das vor.

Medea erkannte, dass es weiterer Qual bedürfe. Sie verließ den Raum und ordnete die Rasur an. Grausame Soldaten kamen nun zum Verdächtigen herein, rasierten seinen Schädel kahl und spielten an seinen Schamhaaren herum. Medea schickte derweil einen weiteren Wachmann aus einen Toilettenkübel aus einer Zelle zu holen. Einer jungen Frau war das Recht gewährt worden aufs Klo zu gehen. Ein Eimer voller Urin und Kot wurde herbeigebracht. Medea zog schwarze Einweghandschuhe an und trat herein. Sie stellte sich auf einen anderen Stuhl um ihre Füße nicht zu beschmutzen bevor sie den Eimer über dem Gefangenen auskippte.

Für einen Muslimen war dies besonders entwürdigend. Die Reinheit des Körpers war elementar. Medea wusste das natürlich. Und so war sie auch nicht verwundert als der Mann zu weinen begann, wie ein Baby. Wieder blickte sie ihn eindringlich an. Außer Tränen und Gejaule kam immer noch nichts.

Erst als sie den Schweißbrenner einschaltete und sich gefährlich seinen Genitalien näherte fing er zu Reden an. Irgendein Gebäude nahe dem Stadion war es. Carla hatte von draußen natürlich alles protokolliert und teilte es bereits dem Ministerium mit. Medea, zufrieden mit ihrer Arbeit reif ihre Wachleute herbei, die den Gefangenen hinausbrachten. Er würde in ein paar Minuten erschossen werden. Zu einem Zeitpunkt in der Medea bereits den nächsten Gefangenen begutachtete. Vielleicht würde sie dann wieder das lange (und vorschriftsgemäße) Verfahren anwenden. Davon hatte man einfach mehr.
Ma nemoj! Tako, znaci. Odakle si?
Sorry mein serbisch ist eher schlecht...
moderativ:
Bitte gebt bei fremdsprachigen Aussagen kurz eine Übersetzung in Klammern an.

Gruß
fich
Grundsätzlich gern, aber in diesem Fall wäre dann der Witz weg, wenn Du verstehst.Zwinker Aber ich gelobe Besserung. War noch in Gedanken ein bißchen im Balkanforum...

Es hat sich aber auch erübrigt.

Allen eine schöne Woche und nicht vergessen Weihnachtsgeschenke zu kaufen! Huhu


fich schrieb:moderativ:
Bitte gebt bei fremdsprachigen Aussagen kurz eine Übersetzung in Klammern an.

Gruß
fich
Ist schon komisch, irgendwie scheinen unsere Jugo-Frauen besonders aufgeschlossen für "besondere Spielchen" zu sein. Seit ich Meris Geschichte geschrieben habe, habe ich eine Reihe von Anfragen ihrer Freundinnen, ob ich sie nicht in eine neue Geschichte einbauen könnte.

Hat noch jemand hier spezifische Erfahrungen mit Damen aus dem Balkan-Raum? Würde mich mal interessieren.
Referenz-URLs